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Ich bin ein großer Azaleen- Fan. Immer wieder beeindruckten mich bei Ausstellungen die großen  und üppig blühenden Schaupflanzen von Weiß bis über alle möglichen Rottöne. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten bei mir. 

Aktuell besaß ich vier ältere Exemplare; die „Weiße Sachsenstern“ sowie drei  klassische Exemplare der Sorte „Sachsenstern“. Diesen Winter sind dann noch vier „Akito“ hinzu gekommen. 

Es handelt sich allesamt um Stämmchen, diese Wuchsform mag ich ganz besonders. 

An ihrem  natürlichen Standort in China und Japan finden sich Azaleen auf kühlen und feuchten Böden an schattigen Standorten bei einer durchschnittlichen Temperatur von ca. 15 Grad Celsius. Überdies vertragen die Zimmer – Azaleen im Gegensatz zu ihren Artgenossen im Freiland keinen Frost. 

Die richtige Frisur macht’s 

Nach der ca. 6- wöchigen Blüte wird die Pflanze gestutzt. Das bedeutet, daß du sorgfältig jeden Trieb um maximal 3cm wie unten auf der Skizze dargestellt  einkürzt. 

Je gewissenhafter du das erledigst, um so schöner entwickelt sich die Pflanze in ihrer Erscheinungsform. 

Ich benutze zum Stutzen immer meine Bonsai – Schere. Durch die kurzen spitzen Schneiden finde ich treffsicher die richtige Stellen zum Kappen. 

Wichtig ist, dass du den Trieb knapp oberhalb der Blattachsen durchtrennst, damit du hässliche Stummel vermeidest. Aus den Augen wachsen wieder neue Triebe und formen sich binnen weniger Wochen zu einer neuen Krone. 

Ab nach draußen!

Mitte Mai, wenn die Eisheiligen durch sind, darf die Pflanze in ihr Sommerquartier umziehen. Du kannst deiner Azalee einen schattigen Platz im Garten oder im Schatten eines Gebäude geben. 

Deine Zimmerazalee ist sehr frostempfindlich! Deshalb stelle sie rechtzeitig im Herbst zurück an ihren hellen, kühlen Winter – Standort, z.B. das Schlafzimmer. Dann bemerkst du auch rechtzeitig wann die Azalee zu blühen beginnt. 

Und wie gießt du am besten?

Wichtig ist, daß du die Pflanze immer leicht feucht hältst; verzichte jedoch unbedingt auf die Benutzung von einem Untersetzer. Deine Azalee kann ein ständiges Fußbad genau so wenig vertragen wie du selbst. 

Falls deine Azalee aus Versehen mal zu sehr austrocknet, dann stelle die Pflanze für einige Minuten in ein Wasserbad, bis keine Blasen  mehr aus dem Topf aufsteigen. Dann hast du Gewissheit, daß der Topfballen gut mit Wasser durchtränkt ist. 

Neuer Topf gefällig?

Das  weiße Exemplar habe ich bisher 2x umgetopft, Umtopfen aller zwei Jahre ist generell ausreichend. Mein Modell „Sorgenfrei“ ist handelsübliche  Rhododendron -Erde aus dem Handel. Dieses Produkt  besitzt genau den  erforderlichen  pH – Wert von sowie die passende Boden –  Struktur.

Der neue Topf sollte ein bis zwei  Nummer größer als sein Vorgänger sein. 

Was eignet sich besser – Plastik oder Tontopf?  

Der Plastik – Topf verhindert das Austrocknen des Ballens besser, allerdings ist die Gefahr auch größer, daß du die Pflanze vergießt. 

Der Tontopf durch seine porösen Beschaffenheit ist die viel freundlichere Alternative für die empfindlichen Wurzeln der Azalee und sieht überdies als Gefäße ansprechend aus. 

Ich nutze für alle meine Pflanzen beide Varianten, gieße jedoch im Hochsommer die Pflanzen in Tontöpfen mitunter zwei Mal am Tag.

Im Schatten der Zwergkiefer stehen die Töpfe auf meiner  Terrasse fast den gesamten Tag im Schatten und durchleben ihre Ruhephase.  Sie  sehen außerdem sehr attraktiv aus und wurden schon von manchem Besucher mit Buchsbaum verwechselt. 🧐

Im Spätsommer, wenn die Nächte wieder kühler werden, erfolgt die Anlage  der neuen Blütenknospen. Sie sind noch unsichtbar  und lassen  sich erst im Laufe des Winters deutlich sehen. Sobald die ersten Knospen Farbe zeigen, kannst du deine Azalee dann auch z.B. ins Wohnzimmer holen, um dich an der Blütenpracht zu erfreuen. 

Nach der Blüte ist vor der Blüte – der Kreislauf beginnt von vorn. 

Ich wünsche dir  gutes Gelingen mit deiner Azalee!